Samstag, 25. Juni 2011

MI SCUSI, SIGNOR DANTE !!!

Daß sie mir viele Türen und Türchen öffnen würde, hoffte ich im Geheimen, meine kleine Schrift
" Berührung und Frucht ".
Einen Lobpreis der Freuden, die das Früchte - Essen beschert, Liebeserklärungen an einzigartige
Naturschätze, die den Gaumen " ergetzen ", eine Abhandlung über das Schmecken, über Natur und
Urgeschmack, ein Versuch über Früchte und Frauen, das alles hab ich chaotisch in mehr als 100
Seiten verdichtet...
Der steirische Künstler Josef Fürpass, seit unserem zwölften Lebensjahr sind wir Busenfreunde(lustiges Wort das, noch wackelt bei uns vorne oben nicht viel), nach einem schrecklichen
Rausch mit saurem steirischen Wein, der ihn für eine Nacht zum Pflegefall machte...
kurzum, er hat, inspiriert durch die Liebeserklärungen, Grafiken entworfen, die nicht illustrieren,
sondern eigenständig mit dem Thema spielen..
also, da schickte ich an Heinz Janisch die Kostprobe von dem Büchlein, das schon lange das Licht
der Welt erblicken hätte sollen ... und der reagierte völlig unerwartet für mich:
Für die Menschenbilder hielt ich mich nicht nur für viel zu jung, sondern auch nicht im mindesten für erfolgreich genug.
Ich hatte ihn kontaktiert, da er in Graz an einer sehr schönen Ausstellung über Früchte federführend mitgearbeitet hatte - aus dem, was er da über Früchte schrieb, glaubte
ich rauslesen zu können, dass er sich von Früchten berühren ließ, über Gebühr, ... sodass ich in
ihm einen versteckten Verbündeten witterte.
Für eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum über die Wunderwelt der Früchte wollte ich
ihn gewinnen, ein Projekt, von dem ich noch immer träume.
Denn wie kann es sein, dass der moderne Mensch, der die Tiefen der Meere, der Vulkane und Höhlen und was weiß ich noch was erobert, so wenig Neugier zeigt für die leckeren Wunder der Schöpfung, für die süsse Essenz, die sich in einer Durian oder Jackfrucht verdichtet?
Und dann noch einen sanften, aber unverzichtbaren Tadel für den Signor Dante A.
Der hatte seinerzeit geschrieben, dass uns drei Dinge vom Paradies geblieben seien: Die Blumen,
die Sterne und die Kinder.
Sterne und Kinder, d accordo. Nichts gegen die fiori, aber die Früchte, für die wir in beiden Sprachen kein wirklich überzeugendes Wort haben, mi scusi, signor Dante, die Früchte sind
nicht nur ein ricordino del paradiso, sie sind bis heute die kleine Hintertür zum Paradies!!+

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