Daß sie mir viele Türen und Türchen öffnen würde, hoffte ich im Geheimen, meine kleine Schrift
" Berührung und Frucht ".
Einen Lobpreis der Freuden, die das Früchte - Essen beschert, Liebeserklärungen an einzigartige
Naturschätze, die den Gaumen " ergetzen ", eine Abhandlung über das Schmecken, über Natur und
Urgeschmack, ein Versuch über Früchte und Frauen, das alles hab ich chaotisch in mehr als 100
Seiten verdichtet...
Der steirische Künstler Josef Fürpass, seit unserem zwölften Lebensjahr sind wir Busenfreunde(lustiges Wort das, noch wackelt bei uns vorne oben nicht viel), nach einem schrecklichen
Rausch mit saurem steirischen Wein, der ihn für eine Nacht zum Pflegefall machte...
kurzum, er hat, inspiriert durch die Liebeserklärungen, Grafiken entworfen, die nicht illustrieren,
sondern eigenständig mit dem Thema spielen..
also, da schickte ich an Heinz Janisch die Kostprobe von dem Büchlein, das schon lange das Licht
der Welt erblicken hätte sollen ... und der reagierte völlig unerwartet für mich:
Für die Menschenbilder hielt ich mich nicht nur für viel zu jung, sondern auch nicht im mindesten für erfolgreich genug.
Ich hatte ihn kontaktiert, da er in Graz an einer sehr schönen Ausstellung über Früchte federführend mitgearbeitet hatte - aus dem, was er da über Früchte schrieb, glaubte
ich rauslesen zu können, dass er sich von Früchten berühren ließ, über Gebühr, ... sodass ich in
ihm einen versteckten Verbündeten witterte.
Für eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum über die Wunderwelt der Früchte wollte ich
ihn gewinnen, ein Projekt, von dem ich noch immer träume.
Denn wie kann es sein, dass der moderne Mensch, der die Tiefen der Meere, der Vulkane und Höhlen und was weiß ich noch was erobert, so wenig Neugier zeigt für die leckeren Wunder der Schöpfung, für die süsse Essenz, die sich in einer Durian oder Jackfrucht verdichtet?
Und dann noch einen sanften, aber unverzichtbaren Tadel für den Signor Dante A.
Der hatte seinerzeit geschrieben, dass uns drei Dinge vom Paradies geblieben seien: Die Blumen,
die Sterne und die Kinder.
Sterne und Kinder, d accordo. Nichts gegen die fiori, aber die Früchte, für die wir in beiden Sprachen kein wirklich überzeugendes Wort haben, mi scusi, signor Dante, die Früchte sind
nicht nur ein ricordino del paradiso, sie sind bis heute die kleine Hintertür zum Paradies!!+
Samstag, 25. Juni 2011
Sonntag, 16. Mai 2010
Blütenträume
Das grosse Blühen ist vorbei, die letzten Apfelblüten holt sich der Sturmwind, der Regen spült sie von den Bäumen.
Anderswo feiert man Feste, die dem Blühen die Ehre geben:
" Ganz Japan feiert das zauberhafte
Fest der Kirschblüte "
finde ich da inmitten von Geistesmüll gedruckt.
Bei uns im Weinviertel werden Kirsch/Fruchtbäume umgeschnitten, weil sie tödliche Hindernisse für Rennfahrer sein können.
Freilich, damals.als man noch mit den Postkutschen unterwegs war...
da waren Kirschbäume ein Lichtblick, ein Anlass zur Freude.
In meinem Garten verspricht Vieles zur reifen.
Die grösste und schönste Überraschung sind in diesem schwierigen Jahr meine Weinstöcke.
Nach 3 Jahren haben sie richtig viele Trauben angesetzt.
Trauben - Embryonen, noch sehr
verletztlich, aber doch schon deutlich erkennbar als Fruchtstände, da kommt Freude auf!
Nach Herzenslust Trauben im eigenen Obstgarten essen zu können ...
wieder einmal ist die Erfüllung eines Traumes in greifbare Nähe gerückt.
Wer das Leben kennt, weiß aber, dass da noch Vieles dazwischen kommen kann.
Einmal richtig gehagelt ,und
alles ist vorbei.
Aber wir haben Vertrauen, sehen wie die Bäume Jahr ums Jahr wachsen, Früchte bringen,
immer erstaunlich und einzigartig.
Und wir freuen uns an den Kindern, ihrer Begeisterung für die Geschenke der Bäume und unterstützen unsere Kleinen behutsam in ihrem Erblühen.
Der grösseren Weisheit geben wir uns voll Vertrauen hin.
Anderswo feiert man Feste, die dem Blühen die Ehre geben:
" Ganz Japan feiert das zauberhafte
Fest der Kirschblüte "
finde ich da inmitten von Geistesmüll gedruckt.
Bei uns im Weinviertel werden Kirsch/Fruchtbäume umgeschnitten, weil sie tödliche Hindernisse für Rennfahrer sein können.
Freilich, damals.als man noch mit den Postkutschen unterwegs war...
da waren Kirschbäume ein Lichtblick, ein Anlass zur Freude.
In meinem Garten verspricht Vieles zur reifen.
Die grösste und schönste Überraschung sind in diesem schwierigen Jahr meine Weinstöcke.
Nach 3 Jahren haben sie richtig viele Trauben angesetzt.
Trauben - Embryonen, noch sehr
verletztlich, aber doch schon deutlich erkennbar als Fruchtstände, da kommt Freude auf!
Nach Herzenslust Trauben im eigenen Obstgarten essen zu können ...
wieder einmal ist die Erfüllung eines Traumes in greifbare Nähe gerückt.
Wer das Leben kennt, weiß aber, dass da noch Vieles dazwischen kommen kann.
Einmal richtig gehagelt ,und
alles ist vorbei.
Aber wir haben Vertrauen, sehen wie die Bäume Jahr ums Jahr wachsen, Früchte bringen,
immer erstaunlich und einzigartig.
Und wir freuen uns an den Kindern, ihrer Begeisterung für die Geschenke der Bäume und unterstützen unsere Kleinen behutsam in ihrem Erblühen.
Der grösseren Weisheit geben wir uns voll Vertrauen hin.
Freitag, 26. Februar 2010
GROSSE KLEINE FREUDEN
Endlich ist der lange Winter vorbei - zumindest das Schlimmste - klirrende Kälte, Schneemassen, endlos truüber Himmel - wobei das ja auch Freuden des Daseins sind.
Schrecklich war an ihnen ja nur das scheinbare Übermass - aus der Sicht des Menschen gesehen,
denn Mutter Natur weiss es ja sowieso besser und gleicht unsere Dummheiten so gut aus, wie sie irgend kann. Zumindest denke ich das in meinem jetzt bald 50 Jahren Leben beobachtet zu haben:-)
Immer mal bin ich zu meinen Bäumen gegangen und hab ihnen gut zugeredet - sie, die bei jedem Wetter dastehen müssen, ... wenn der Wind noch so kalt an ihren Ästen riss und ich vor
meinem warmen Ofen saß, ... oder zwischendurch war ein Eisregen niedergeganen und was für
den menschlichen Beobachter die reine Poesie des Augenblicks schien, stellte ich mir für die Fruchtbäume nicht so lustig vor.
Aber ich hörte sie nicht klagen.
Da erinnerte ich mich ihrer Wurzeln - der faszinierenden, unverzichtbaren Fähigkeit, schwierige
Zeiten einfach zu übertauchen, indem sie sich in die Unterwelt zurückziehen - ins Unsichtbare, wo ein anderes Leben vor sich geht, das Grundlage für das uns Sichtbare ist.
Und das nicht Beobachtbare führt uns überhaupt zum Geheimnis des Lebens bzw. des Wachsens hin.
Zum Beispiel mein kleiner Sohn, der mir in diesen Monaten des Winters so sehr ans Herz gewachsen ist - wie er Tag für Tag in sein Leben hineinwächst und uns ins grosse Staunen
fallen lässt!
Alles muss in den Mund - Schmackhaftes und Sachen ohne Geschmack, er schmeckt sich geradezu in die Welt hinein.
Er kennt bis jetzt nur natürliche Süsse, vor allem Fruchtsüsse in ihren beglückenden Manifestationsformen , die da heissen Granat - Apfel, Birne, Mango... Babybanane
Granatapfel liebt er heiß der Dreizahner, (der vierte Zahn ist noch nicht ganz da)
und als wir letztens Orkos-Pakete kriegten, jauchzte er vor Freude...
Er hat auch schon ein "Lieblingsbonbon ", das er schon regelmässig einfordert: Karanji:
Die kirschgrosse Wildfrucht hat einen riesenkern und eine kleine Schicht Fruchtfleisch, die einen
den gaumen schmeichelnden Honiggeschmack hat.
Bald ist es ja Frühling und wir im Weinviertel hier leben ja im Kirschenparadies.
Andere gehen in den Supermarkt, wir zu den Bäumen, um uns die Naturleckerei einzuverleiben.
Und da wird er Augen machen, der neu Angekommene.
Und dann die Marillen und Pfirsiche, falls der Wettergott uns gnädig ist.
Wie hat es Tagore, sinngemäss zur Ankunft eines Neugeborenen einmal formuliert:
Also versucht es Gott immer noch mit uns...
Endlich ist der lange Winter vorbei - zumindest das Schlimmste - klirrende Kälte, Schneemassen, endlos truüber Himmel - wobei das ja auch Freuden des Daseins sind.
Schrecklich war an ihnen ja nur das scheinbare Übermass - aus der Sicht des Menschen gesehen,
denn Mutter Natur weiss es ja sowieso besser und gleicht unsere Dummheiten so gut aus, wie sie irgend kann. Zumindest denke ich das in meinem jetzt bald 50 Jahren Leben beobachtet zu haben:-)
Immer mal bin ich zu meinen Bäumen gegangen und hab ihnen gut zugeredet - sie, die bei jedem Wetter dastehen müssen, ... wenn der Wind noch so kalt an ihren Ästen riss und ich vor
meinem warmen Ofen saß, ... oder zwischendurch war ein Eisregen niedergeganen und was für
den menschlichen Beobachter die reine Poesie des Augenblicks schien, stellte ich mir für die Fruchtbäume nicht so lustig vor.
Aber ich hörte sie nicht klagen.
Da erinnerte ich mich ihrer Wurzeln - der faszinierenden, unverzichtbaren Fähigkeit, schwierige
Zeiten einfach zu übertauchen, indem sie sich in die Unterwelt zurückziehen - ins Unsichtbare, wo ein anderes Leben vor sich geht, das Grundlage für das uns Sichtbare ist.
Und das nicht Beobachtbare führt uns überhaupt zum Geheimnis des Lebens bzw. des Wachsens hin.
Zum Beispiel mein kleiner Sohn, der mir in diesen Monaten des Winters so sehr ans Herz gewachsen ist - wie er Tag für Tag in sein Leben hineinwächst und uns ins grosse Staunen
fallen lässt!
Alles muss in den Mund - Schmackhaftes und Sachen ohne Geschmack, er schmeckt sich geradezu in die Welt hinein.
Er kennt bis jetzt nur natürliche Süsse, vor allem Fruchtsüsse in ihren beglückenden Manifestationsformen , die da heissen Granat - Apfel, Birne, Mango... Babybanane
Granatapfel liebt er heiß der Dreizahner, (der vierte Zahn ist noch nicht ganz da)
und als wir letztens Orkos-Pakete kriegten, jauchzte er vor Freude...
Er hat auch schon ein "Lieblingsbonbon ", das er schon regelmässig einfordert: Karanji:
Die kirschgrosse Wildfrucht hat einen riesenkern und eine kleine Schicht Fruchtfleisch, die einen
den gaumen schmeichelnden Honiggeschmack hat.
Bald ist es ja Frühling und wir im Weinviertel hier leben ja im Kirschenparadies.
Andere gehen in den Supermarkt, wir zu den Bäumen, um uns die Naturleckerei einzuverleiben.
Und da wird er Augen machen, der neu Angekommene.
Und dann die Marillen und Pfirsiche, falls der Wettergott uns gnädig ist.
Wie hat es Tagore, sinngemäss zur Ankunft eines Neugeborenen einmal formuliert:
Also versucht es Gott immer noch mit uns...
Freitag, 27. November 2009
Es war einmal ein Grafensteiner in Asparn...leider kein Märchen mit Happy-End!
Als ich vor Tagen mit meinem Sohn im Kinderwagen eine Runde durch unseren Park fuhr, wollte ich meinen Augen nicht trauen: dort, wo ein fleissig tragender Grafensteiner Apfelbaum gestanden hatte, war nur mehr ein Baumstumpf zu sehen...
Noch in diesem Herbst hatten wir die frühen und schmackhaften Äpfel nach Hause getragen. Ein lieber Freund aus der Steiermark hatte mich darauf aufmerksam gemacht, wie selten inzwischen diese Sorte geworden ist - er hatte dankbar Früchte vom Boden aufgelesen...
Unter dem Apfelbaum war eine Bank - viele der wunderbaren Früchte zerplatzen im Aufprall -
sicher, das schaute unordentlch aus.
Aber der Baum war ausserordentlich gesund und trug sehr schmackhafte Früchte.
Und da steh ich, mit einem ohnmächtigen Gefühl der Wut und des Schmerzes - und auch ein bisschen Schuldgefühl - hätte ich nicht ahnen müssen, dass meine lieben Orts- und Zeitgenossen auf solche Ideen kommen?
jetzt ist es jedenfalls zu spät -
der schöne, fruchttragende Baum ist ein Opfer des Verschönerungsvereins und seines rührigen Präsidenten(oder nennt er sich schlicht Obmann??) geworden...
Im Gemeindeamt, wo ich, spontan, am frühen Vormittag, mit meinem Sohn im Arm, vorspreche, meinem Protest, um Worte ringend, vortrage, reagiert man verlegen, aber in der Sache uneinsichtig: Wer braucht heutzutage noch einen Apfelbaum... wer pflanzt überhaupt noch einen fruchttragenden Baum im eigenen Garten...
Ich lasse mir die Telefonnummer des Verschönerungsvereinsobmanns geben, rufe an -
er verteidigt vehement seinen Standpunkt im Namen der Ordnung
niemand braucht einen Apfelbaum im öffentlichen Raum, usw.
Es ist sinnlos, der Baum der in vielen Jahren gewachsen ist, ist sauber gefällt worden.
Gleich daneben wurde irgendein Laubbaum gepflanzt, der nicht durch seine unerwünschten Früchte Ärgernis erregen wird.
.......
Wozu brauchen wir fruchttragende Bäume? Früchte kommen aus dem Supermarkt.
......
Dabei hatte meine Frau, und auch ich, schon länger angeregt, in der Nähe des Kinderspielplatzes einen Pflückgarten für die Kinder zu pflanzen - besonders Maulbeerbäume liegen uns am Herzen.
Kinder brauchen Früchte.
Nicht nur die klinisch sauberen im Supermarkt, sondern Früchte, die sie selbst wachsen und reifen sehen, anfassen und ernten können.
Vielleicht gibt es ja auch im Verschönerungsverein, im Ort, Erwachsene, die diese Wahrheit zu verstehen beginnen - im Park jedenfalls hab ich mehrere Leute getroffen, denen der Baum fehlte.
Dann ist der Apfelbaum vielleicht nicht sinnlos gestorben...
Noch in diesem Herbst hatten wir die frühen und schmackhaften Äpfel nach Hause getragen. Ein lieber Freund aus der Steiermark hatte mich darauf aufmerksam gemacht, wie selten inzwischen diese Sorte geworden ist - er hatte dankbar Früchte vom Boden aufgelesen...
Unter dem Apfelbaum war eine Bank - viele der wunderbaren Früchte zerplatzen im Aufprall -
sicher, das schaute unordentlch aus.
Aber der Baum war ausserordentlich gesund und trug sehr schmackhafte Früchte.
Und da steh ich, mit einem ohnmächtigen Gefühl der Wut und des Schmerzes - und auch ein bisschen Schuldgefühl - hätte ich nicht ahnen müssen, dass meine lieben Orts- und Zeitgenossen auf solche Ideen kommen?
jetzt ist es jedenfalls zu spät -
der schöne, fruchttragende Baum ist ein Opfer des Verschönerungsvereins und seines rührigen Präsidenten(oder nennt er sich schlicht Obmann??) geworden...
Im Gemeindeamt, wo ich, spontan, am frühen Vormittag, mit meinem Sohn im Arm, vorspreche, meinem Protest, um Worte ringend, vortrage, reagiert man verlegen, aber in der Sache uneinsichtig: Wer braucht heutzutage noch einen Apfelbaum... wer pflanzt überhaupt noch einen fruchttragenden Baum im eigenen Garten...
Ich lasse mir die Telefonnummer des Verschönerungsvereinsobmanns geben, rufe an -
er verteidigt vehement seinen Standpunkt im Namen der Ordnung
niemand braucht einen Apfelbaum im öffentlichen Raum, usw.
Es ist sinnlos, der Baum der in vielen Jahren gewachsen ist, ist sauber gefällt worden.
Gleich daneben wurde irgendein Laubbaum gepflanzt, der nicht durch seine unerwünschten Früchte Ärgernis erregen wird.
.......
Wozu brauchen wir fruchttragende Bäume? Früchte kommen aus dem Supermarkt.
......
Dabei hatte meine Frau, und auch ich, schon länger angeregt, in der Nähe des Kinderspielplatzes einen Pflückgarten für die Kinder zu pflanzen - besonders Maulbeerbäume liegen uns am Herzen.
Kinder brauchen Früchte.
Nicht nur die klinisch sauberen im Supermarkt, sondern Früchte, die sie selbst wachsen und reifen sehen, anfassen und ernten können.
Vielleicht gibt es ja auch im Verschönerungsverein, im Ort, Erwachsene, die diese Wahrheit zu verstehen beginnen - im Park jedenfalls hab ich mehrere Leute getroffen, denen der Baum fehlte.
Dann ist der Apfelbaum vielleicht nicht sinnlos gestorben...
Samstag, 24. Oktober 2009
MELOGRANO und Kaki
Melograno, so nennen die Italiener, wenn ich nicht irre, den Granatapfel.
Die Kaki hingegen hiess früher, bei den alten Griechen, Theosphoros - oder Theospyros??
Göttliches Licht bzw. Göttliches Feuer wegen ihrer wunderbar einzigartigen Farbe.
Wie sie zur Kaki wurde weiss ich jetzt nicht zu sagen, lustig ist es allemal, weil die nahe Klang - Verwandtschaft mit einem (Kinder?) - Tabu - Wort fast unvermeidlich Schmunzeln und/oder scheuen, schönen, Schauer auslöst -
...
Nach fast 30 Jahren bin ich zurückgekehrt, um in Turin die Gastfamilie zu besuchen, wo ich ein Jahr lang als Familienmitglied gelebt hatte - diesmal mussten sie mich freilich nur knapp eine Woche lang aushalten):-(oder so ähnlich)
Gleich nach der Ankunft ging es ins Wochenendhaus, ein Ort mit wunderbarer Aussicht, ...
und für mich völlig überraschend, edel - süssen Granatäpfeln - die der Hausherr begeistert
vor mir auf dem Tisch legte - ein Bild der schönen Fülle wie auf alten Gemälden.
Herrlich schmeckten die süssen Rubine, einige der melograni waren schon aufgesprungen, was ihrer Qualität keinen Abbruch tat - es war ein ganz unerwartetes Geschenk, denn, wie mir Claudio versicherte, es war das erste Jahr, dass der Baum so reichlich und so große Früchte getragen hatte.
Später, in der Vorstadt von Torino, in Beinasco, wo es einen kleinen Fluss mit dem klangvollen Namen Sorgone gibt, schritt ich durch den Park, wo ich gleich auf einen Kakibaum stiess, der seine prallen Früchte - davon so manche schon vollreif - den Hornissen und Schmetterlingen (Admirale) und einem zufällig des Weges kommenden Mann aus dem Norden wie mir , anbot
der Anblick dieser Fruchtfülle allein schon machte, dass mir das Herz aufging...
Und der kleine Juri-Jonathan gedeiht, ...
so geht das Leben weiter und wir sind dankbar.
Sonntag, 4. Oktober 2009
Das Avocadobaby
Seit mehr als einem halben Jahr ist Juri-Jonathan jetzt unter uns; nicht mehr in der Mutter, aber meist ist die Mutter schon noch rund um ihn herum.
Sie ist müde und es macht sie glücklich.
Der Kleine ist inzwischen hellwach, wir fühlen uns beobachtet. Wenn das Service im Hotel Mama gut genug ist, (und das ist fast immer der Fall)erfreut uns der Kleine König mit seinen Gunstbeweisen - Lächeln, Glucksen, ruhiges in Sich-Selbst-Versunken sein.
Er gedeiht sehr gut, ist kräftig und eine Augenweide.
Neben der Müttermilch, isst er fast jeden Tag eine(halbe)Avocado mit Wildkräutern.
Einmal hat er Durian mit uns gegessen, den König der Tropenfrüchte und es ist ihm gut bekommen. Ein lieber Freund hat das dokumentiert . Tatsächlich - ein Photo sagt mehr als 1000 Worte . ...
Aber heute will mir das Erzählen nicht so richtig gelingen.
Vor genau einem Monat ist meine geliebte Mutter völlig unerwartet von uns gegangen.
Es tut weh und ist verwirrend, unfassbar die Tatsache, sie nicht mehr unter den Lebenden zu wissen.
Bei ihr habe ich schmecken gelernt, geniessen gelernt... sie hat 10 Kindern das Leben geschenkt,
meinen Sohn noch im Arm gehabt, uns unterstützt, wie sie konnte, bevor sie , am ersten Tag ihres 70. Lebensjahres, diese Welt verlassen hat.
Unerwartet ist ein Gespräch abgerissen, eine Lebensbeziehung, die fast 50 Jahre gedauert hatte.
Viel Dankbarkeit und Liebe schicken wir ihr, unserer Birnenmutter nach, möge es ihr gut gehen, wo immer sie jetzt ist...
Sonntag, 19. Juli 2009
DUT
Schon lange will ich von der Affen- und Kinderlust sich mit Maulbeeren den Bauch voll zuschlagen erzählen!
Bald ist es ja vorbei, aber jedes Jahr wieder eine einzigartige Schmauserei.
In diesem Jahr hab ich eine kleine Allee mit diesem leckeren Geschenk aus China in Floridsdorf entdeckt, gleich in der Nähe der Schnellbahnstation.
Da ich weiss gekleidet war, zog ich mich in meiner Verzweiflung(die Flecken sind unvermeidlich und nicht mehr rauszukriegen aus einem hellen Baumwollstoff) einfach nackt aus.
Es war der Tag, an dem es eine Nackt-Radfahrer-Demo irgendwo in Wien gab. Da träumte ich von einem gemeinsamen MaulbeerGenuss im Adamskostüm.
So oder so, mit mir geht der Innere Affe jedes Mal durch, wenn ich köstliche Maulbeeren entdecke.
Über und über mit Flecken bedeckt kehre ich in die Gemeinschaft der Menschen zurück. Obwohl, manchmal nehm ich auch vorher ein reinigendes Bad in der alten Donau.
Jedenfalls ignorieren die meisten Menschen diese köstlichen Kleinfrüchte, nur Kenner und Liebhaber , sozusagen Eingeweihte, machen sich über die leckeren Mundjuwelen her.
So ein Paar, das kein Deutsch sprach - es stellte sich heraus, dass sie aus dem Iran waren.
Da fiel mir das türkische Wort für Maulbeere " dut " ein - und siehe da, das verstanden sie -
sonst verband uns die Gemeinschaft des Geniessens.
Zwei chinesische Ladies sammelten fleissig in ein Plastiksackerl - und in den Mund - plötzlich biss die eine auf etwas ganz Schlimmes - sie musste minutenlang spucken...
Da gibt s so einen Käfer, eine Art Wanze, der einem den Genuss sehr verleiden kann ..
Aber nicht nur eingeweihte Menschen laben die an den Maulbeeren(die übrigens einzigartig regenerierend für die Mundschleimhäute sein sollen), auch Tiere , insbesondere Vögel wissen,
wie lecker die dunklen Beeren sind.
So seh ich immer wieder Dohlen bei Maulbeerbäumen, geradezu als Wächter, Leibwächter...
die hätte der mütterliche Baum auch nötig - da werden ganze Äste heruntergerissen -
wer macht so was im öffentlichen Raum?
Aber dankbar bin ich den Gärtnern der Stadt Wien, die an unsere hungrigen Mäuler gedacht haben und diese Bäume gesetzt haben.
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