Mittwoch, 1. Februar 2012

Vermische Nachrichten von unserem schönen Schilda / Von Obstschalen und anderen traurigen Existenzen:-)




... lange nichts gehört von mir:-)
     .....                 aber es tut sich Einiges.
Die kleine, aber feine, Gemeinde derer, die diese schlichten Gelegenheitsverdichtungen lesen,
wird sich vielleicht noch an den " Unordentlichen Apfelbaum " erinnern, der dem Asparner
Verschönerungsverein so viel Ungemach bereitet hat:-)

   Zu Weihnachten war es dann soweit: Da flatterte eine Postwurfsendung ins Haus mit den besten
Wünschen für das Neue und einer prominent in Szene gesetzten  Poesie... endlich der ideale Baum für den A.VschV:


              Der schönste Baum

    Ich kenne ein Bäumchen gar
    fein und zart,
    das trägt euch Früchte
    seltner Art.

    Es funkelt und leuchtet bei
    hellem Schein
    weit in des Winters Nacht
    hinein.

    Das sehen die Kinder und
    freuen sich sehr
    und pflücken vom Bäumchen
    und pflücken es leer. 


  Wer immer der Verfasser dieser Dichtung ist .. er hat einen Fruchtbaum besungen, wie ihn
  der A.VschV  liebt: Am Ende hat er doch noch einen wirklich braven und ordentlichen          Obst - Baum auf dieser Welt gefunden:-)
  ...
   
  Auserdem: Unser lieber Hr. BgM  hat die Strass  vor meinem Haus grosszügig asphaltieren lassen - - wohl an die Sieben Meter breit... bin nun sehr gekränkt, dass ich nicht zur Eröffnung  bzw. Einweihung der Neuen Asparner Autobahn eingeladen wurde...:-)
 (N.B. : Für s Asphaltieren und Zubetonieren ist immer genug Geld da...)

 So, genug von unserem schönen Asparn - es wird von Tag zu Tag schöner, besonders in 
 Hinblick auf das mit Sauseschritt auf uns zukommende Brot- Ab - Feiern,  ... 
 da möchte ich nicht zurückstehen und gern eine kleine virtuelle Ausstellung ins Netz stellen:


      Die DUNKLE  SEITE VOM BROTLAIB....

                            KRIEGE, KRANKHEITEN, HUNGERSNÖTE ...
...

 Aber lasst  uns  doch lieber vom Positiven sprechen 
  - es werden auch/wieder fruchttragende Bäume gesetzt in unserem schönen Schilda...
  und das zu sehen tut dem Herzen gut...
.....

   .....
 Jetzt zu was ganz Anderem , nämlich dem traurigen Los der heimischen Obstschale.
 Die scheint zum reinen Symbol verkommen zu sein - und hat mit lebenden Früchten soviel 
 zu tun, wie die Hostie in der Kirche mit dem guten alten Schwarzbrot:-):
    da vergammeln lieblos im Supermarkt zusammengeraffte Früchte , vertrocknen vor sich hin,
 so, als ob die ganze Magie dieser Liebesbriefe Gottes an uns,
 darin bestünde, sie irgendwie,
 unbeachtet und lieblos, verwelken zu lassen...
   - die modernen Häuser und Wohnungen sind ja
 so gut geheizt, dass dieses untote Obst nur austrocknen  und nicht im wortwörtlichen Sinne
 zum faulen Zauber verkommen kann...

    Da erinnere ich mich gerne, wie ich, damals noch ein  junger Spund, kaum hatte ich die türkische Grenze 
  überschritten, in eine wunderschöne Moschee in Edirne, mitten in der Nacht eingeladen und
  mit den herrlichsten, frisch - saftig - süssen Früchten traktiert wurde...
  Also, Schwestern und Brüder im Geiste, ...
  in diesem Sinn und weil Fasching ist:
... lieber vom Leben gezeichnet, als vom Deix gemalt....
 
 

 


 

 

 

Samstag, 25. Juni 2011

MI SCUSI, SIGNOR DANTE !!!

Daß sie mir viele Türen und Türchen öffnen würde, hoffte ich im Geheimen, meine kleine Schrift
" Berührung und Frucht ".
Einen Lobpreis der Freuden, die das Früchte - Essen beschert, Liebeserklärungen an einzigartige
Naturschätze, die den Gaumen " ergetzen ", eine Abhandlung über das Schmecken, über Natur und
Urgeschmack, ein Versuch über Früchte und Frauen, das alles hab ich chaotisch in mehr als 100
Seiten verdichtet...
Der steirische Künstler Josef Fürpass, seit unserem zwölften Lebensjahr sind wir Busenfreunde(lustiges Wort das, noch wackelt bei uns vorne oben nicht viel), nach einem schrecklichen
Rausch mit saurem steirischen Wein, der ihn für eine Nacht zum Pflegefall machte...
kurzum, er hat, inspiriert durch die Liebeserklärungen, Grafiken entworfen, die nicht illustrieren,
sondern eigenständig mit dem Thema spielen..
also, da schickte ich an Heinz Janisch die Kostprobe von dem Büchlein, das schon lange das Licht
der Welt erblicken hätte sollen ... und der reagierte völlig unerwartet für mich:
Für die Menschenbilder hielt ich mich nicht nur für viel zu jung, sondern auch nicht im mindesten für erfolgreich genug.
Ich hatte ihn kontaktiert, da er in Graz an einer sehr schönen Ausstellung über Früchte federführend mitgearbeitet hatte - aus dem, was er da über Früchte schrieb, glaubte
ich rauslesen zu können, dass er sich von Früchten berühren ließ, über Gebühr, ... sodass ich in
ihm einen versteckten Verbündeten witterte.
Für eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum über die Wunderwelt der Früchte wollte ich
ihn gewinnen, ein Projekt, von dem ich noch immer träume.
Denn wie kann es sein, dass der moderne Mensch, der die Tiefen der Meere, der Vulkane und Höhlen und was weiß ich noch was erobert, so wenig Neugier zeigt für die leckeren Wunder der Schöpfung, für die süsse Essenz, die sich in einer Durian oder Jackfrucht verdichtet?
Und dann noch einen sanften, aber unverzichtbaren Tadel für den Signor Dante A.
Der hatte seinerzeit geschrieben, dass uns drei Dinge vom Paradies geblieben seien: Die Blumen,
die Sterne und die Kinder.
Sterne und Kinder, d accordo. Nichts gegen die fiori, aber die Früchte, für die wir in beiden Sprachen kein wirklich überzeugendes Wort haben, mi scusi, signor Dante, die Früchte sind
nicht nur ein ricordino del paradiso, sie sind bis heute die kleine Hintertür zum Paradies!!+

Sonntag, 16. Mai 2010

Blütenträume

Das grosse Blühen ist vorbei, die letzten Apfelblüten holt sich der Sturmwind, der Regen spült sie von den Bäumen.
Anderswo feiert man Feste, die dem Blühen die Ehre geben:
" Ganz Japan feiert das zauberhafte
Fest der Kirschblüte "
finde ich da inmitten von Geistesmüll gedruckt.
Bei uns im Weinviertel werden Kirsch/Fruchtbäume umgeschnitten, weil sie tödliche Hindernisse für Rennfahrer sein können.
Freilich, damals.als man noch mit den Postkutschen unterwegs war...
da waren Kirschbäume ein Lichtblick, ein Anlass zur Freude.
In meinem Garten verspricht Vieles zur reifen.
Die grösste und schönste Überraschung sind in diesem schwierigen Jahr meine Weinstöcke.
Nach 3 Jahren haben sie richtig viele Trauben angesetzt.
Trauben - Embryonen, noch sehr
verletztlich, aber doch schon deutlich erkennbar als Fruchtstände, da kommt Freude auf!
Nach Herzenslust Trauben im eigenen Obstgarten essen zu können ...
wieder einmal ist die Erfüllung eines Traumes in greifbare Nähe gerückt.
Wer das Leben kennt, weiß aber, dass da noch Vieles dazwischen kommen kann.
Einmal richtig gehagelt ,und
alles ist vorbei.
Aber wir haben Vertrauen, sehen wie die Bäume Jahr ums Jahr wachsen, Früchte bringen,
immer erstaunlich und einzigartig.
Und wir freuen uns an den Kindern, ihrer Begeisterung für die Geschenke der Bäume und unterstützen unsere Kleinen behutsam in ihrem Erblühen.
Der grösseren Weisheit geben wir uns voll Vertrauen hin.

Freitag, 26. Februar 2010

GROSSE KLEINE FREUDEN



Endlich ist der lange Winter vorbei - zumindest das Schlimmste - klirrende Kälte, Schneemassen, endlos truüber Himmel - wobei das ja auch Freuden des Daseins sind.
Schrecklich war an ihnen ja nur das scheinbare Übermass - aus der Sicht des Menschen gesehen,
denn Mutter Natur weiss es ja sowieso besser und gleicht unsere Dummheiten so gut aus, wie sie irgend kann. Zumindest denke ich das in meinem jetzt bald 50 Jahren Leben beobachtet zu haben:-)
Immer mal bin ich zu meinen Bäumen gegangen und hab ihnen gut zugeredet - sie, die bei jedem Wetter dastehen müssen, ... wenn der Wind noch so kalt an ihren Ästen riss und ich vor
meinem warmen Ofen saß, ... oder zwischendurch war ein Eisregen niedergeganen und was für
den menschlichen Beobachter die reine Poesie des Augenblicks schien, stellte ich mir für die Fruchtbäume nicht so lustig vor.
Aber ich hörte sie nicht klagen.
Da erinnerte ich mich ihrer Wurzeln - der faszinierenden, unverzichtbaren Fähigkeit, schwierige
Zeiten einfach zu übertauchen, indem sie sich in die Unterwelt zurückziehen - ins Unsichtbare, wo ein anderes Leben vor sich geht, das Grundlage für das uns Sichtbare ist.
Und das nicht Beobachtbare führt uns überhaupt zum Geheimnis des Lebens bzw. des Wachsens hin.
Zum Beispiel mein kleiner Sohn, der mir in diesen Monaten des Winters so sehr ans Herz gewachsen ist - wie er Tag für Tag in sein Leben hineinwächst und uns ins grosse Staunen
fallen lässt!
Alles muss in den Mund - Schmackhaftes und Sachen ohne Geschmack, er schmeckt sich geradezu in die Welt hinein.
Er kennt bis jetzt nur natürliche Süsse, vor allem Fruchtsüsse in ihren beglückenden Manifestationsformen , die da heissen Granat - Apfel, Birne, Mango... Babybanane
Granatapfel liebt er heiß der Dreizahner, (der vierte Zahn ist noch nicht ganz da)
und als wir letztens Orkos-Pakete kriegten, jauchzte er vor Freude...
Er hat auch schon ein "Lieblingsbonbon ", das er schon regelmässig einfordert: Karanji:
Die kirschgrosse Wildfrucht hat einen riesenkern und eine kleine Schicht Fruchtfleisch, die einen
den gaumen schmeichelnden Honiggeschmack hat.
Bald ist es ja Frühling und wir im Weinviertel hier leben ja im Kirschenparadies.
Andere gehen in den Supermarkt, wir zu den Bäumen, um uns die Naturleckerei einzuverleiben.
Und da wird er Augen machen, der neu Angekommene.
Und dann die Marillen und Pfirsiche, falls der Wettergott uns gnädig ist.
Wie hat es Tagore, sinngemäss zur Ankunft eines Neugeborenen einmal formuliert:
Also versucht es Gott immer noch mit uns...

Freitag, 27. November 2009

Es war einmal ein Grafensteiner in Asparn...leider kein Märchen mit Happy-End!

Als ich vor Tagen mit meinem Sohn im Kinderwagen eine Runde durch unseren Park fuhr, wollte ich meinen Augen nicht trauen: dort, wo ein fleissig tragender Grafensteiner Apfelbaum gestanden hatte, war nur mehr ein Baumstumpf zu sehen...
Noch in diesem Herbst hatten wir die frühen und schmackhaften Äpfel nach Hause getragen. Ein lieber Freund aus der Steiermark hatte mich darauf aufmerksam gemacht, wie selten inzwischen diese Sorte geworden ist - er hatte dankbar Früchte vom Boden aufgelesen...
Unter dem Apfelbaum war eine Bank - viele der wunderbaren Früchte zerplatzen im Aufprall -
sicher, das schaute unordentlch aus.
Aber der Baum war ausserordentlich gesund und trug sehr schmackhafte Früchte.
Und da steh ich, mit einem ohnmächtigen Gefühl der Wut und des Schmerzes - und auch ein bisschen Schuldgefühl - hätte ich nicht ahnen müssen, dass meine lieben Orts- und Zeitgenossen auf solche Ideen kommen?
jetzt ist es jedenfalls zu spät -
der schöne, fruchttragende Baum ist ein Opfer des Verschönerungsvereins und seines rührigen Präsidenten(oder nennt er sich schlicht Obmann??) geworden...
Im Gemeindeamt, wo ich, spontan, am frühen Vormittag, mit meinem Sohn im Arm, vorspreche, meinem Protest, um Worte ringend, vortrage, reagiert man verlegen, aber in der Sache uneinsichtig: Wer braucht heutzutage noch einen Apfelbaum... wer pflanzt überhaupt noch einen fruchttragenden Baum im eigenen Garten...
Ich lasse mir die Telefonnummer des Verschönerungsvereinsobmanns geben, rufe an -
er verteidigt vehement seinen Standpunkt im Namen der Ordnung
niemand braucht einen Apfelbaum im öffentlichen Raum, usw.
Es ist sinnlos, der Baum der in vielen Jahren gewachsen ist, ist sauber gefällt worden.
Gleich daneben wurde irgendein Laubbaum gepflanzt, der nicht durch seine unerwünschten Früchte Ärgernis erregen wird.
.......

Wozu brauchen wir fruchttragende Bäume? Früchte kommen aus dem Supermarkt.
......
Dabei hatte meine Frau, und auch ich, schon länger angeregt, in der Nähe des Kinderspielplatzes einen Pflückgarten für die Kinder zu pflanzen - besonders Maulbeerbäume liegen uns am Herzen.

Kinder brauchen Früchte.
Nicht nur die klinisch sauberen im Supermarkt, sondern Früchte, die sie selbst wachsen und reifen sehen, anfassen und ernten können.
Vielleicht gibt es ja auch im Verschönerungsverein, im Ort, Erwachsene, die diese Wahrheit zu verstehen beginnen - im Park jedenfalls hab ich mehrere Leute getroffen, denen der Baum fehlte.

Dann ist der Apfelbaum vielleicht nicht sinnlos gestorben...

Samstag, 24. Oktober 2009

MELOGRANO und Kaki



Melograno, so nennen die Italiener, wenn ich nicht irre, den Granatapfel.
Die Kaki hingegen hiess früher, bei den alten Griechen, Theosphoros  - oder Theospyros??
Göttliches Licht bzw. Göttliches Feuer wegen ihrer wunderbar einzigartigen Farbe.
Wie sie zur Kaki wurde weiss ich jetzt nicht zu sagen, lustig ist es allemal, weil die nahe Klang - Verwandtschaft mit einem (Kinder?) - Tabu - Wort fast unvermeidlich Schmunzeln und/oder scheuen, schönen, Schauer auslöst - 
...
Nach fast 30 Jahren bin ich zurückgekehrt, um in Turin die Gastfamilie zu besuchen, wo ich ein Jahr lang als Familienmitglied gelebt hatte - diesmal mussten sie mich freilich nur knapp eine Woche lang aushalten):-(oder so ähnlich)
Gleich nach der Ankunft ging es ins Wochenendhaus, ein Ort mit wunderbarer Aussicht, ...
und für mich völlig überraschend,  edel - süssen Granatäpfeln - die der Hausherr begeistert
vor mir auf dem Tisch legte - ein Bild der schönen Fülle wie auf alten Gemälden.
Herrlich schmeckten die süssen Rubine, einige der melograni waren schon aufgesprungen, was ihrer Qualität keinen Abbruch tat - es war ein ganz unerwartetes Geschenk, denn, wie mir Claudio versicherte, es war das erste Jahr, dass der Baum so reichlich und so große Früchte getragen hatte.
Später, in der Vorstadt von Torino, in Beinasco, wo es einen kleinen Fluss mit dem klangvollen Namen Sorgone gibt, schritt ich durch den Park, wo ich gleich auf einen Kakibaum stiess, der seine prallen Früchte - davon so manche schon vollreif - den Hornissen und Schmetterlingen (Admirale) und einem zufällig  des Weges kommenden Mann aus dem Norden wie mir , anbot
der Anblick dieser Fruchtfülle allein schon machte, dass mir das Herz aufging...
Und der kleine Juri-Jonathan gedeiht, ... 
so geht das Leben weiter und wir sind dankbar. 

Sonntag, 4. Oktober 2009

Das Avocadobaby

Seit mehr als einem halben Jahr ist Juri-Jonathan jetzt unter uns; nicht mehr in der Mutter, aber meist ist die Mutter schon noch rund um ihn herum.
Sie ist müde und es macht sie glücklich.
Der Kleine ist inzwischen hellwach, wir fühlen uns beobachtet. Wenn das Service im Hotel Mama gut genug ist, (und das ist fast immer der Fall)erfreut uns der Kleine König mit seinen Gunstbeweisen - Lächeln, Glucksen, ruhiges in Sich-Selbst-Versunken sein.
Er gedeiht sehr gut, ist kräftig und eine Augenweide.
Neben der Müttermilch, isst er fast jeden Tag eine(halbe)Avocado mit Wildkräutern.
Einmal hat er Durian mit uns gegessen, den König der Tropenfrüchte und es ist ihm gut bekommen. Ein lieber Freund hat das dokumentiert . Tatsächlich - ein Photo sagt mehr als 1000 Worte . ...
Aber heute will mir das Erzählen nicht so richtig gelingen.
Vor genau einem Monat ist meine geliebte Mutter völlig unerwartet von uns gegangen.
Es tut weh und ist verwirrend, unfassbar die Tatsache, sie nicht mehr unter den Lebenden zu wissen.
Bei ihr habe ich schmecken gelernt, geniessen gelernt... sie hat 10 Kindern das Leben geschenkt,
meinen Sohn noch im Arm gehabt, uns unterstützt, wie sie konnte, bevor sie , am ersten Tag ihres 70. Lebensjahres, diese Welt verlassen hat.
Unerwartet ist ein Gespräch abgerissen, eine Lebensbeziehung, die fast 50 Jahre gedauert hatte.
Viel Dankbarkeit und Liebe schicken wir ihr, unserer Birnenmutter nach, möge es ihr gut gehen, wo immer sie jetzt ist...